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Kochendörfer 1999: Gedächtnisformen in neuronalen Modellen der Sprachverarbeitung

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Günter Kochendörfer: Gedächtnisformen in neuronalen Modellen der Sprachverarbeitung. Tübingen: Narr 1999.

Hier wird der Versuch unternommen, ausgehend von elementaren Grundannahmen über mögliche neuronale Prozesse im Gehirn und aufgrund der Konsequenzen, die sich daraus für das Verständnis der Sprachverarbeitung ergeben, Aussagen über Gedächtnisformen abzuleiten. Es zeigt sich, daß gängige Unterscheidungen, z. B. die zwischen Langzeit- und Kurzzeitgedächtnis oder zwischen deklarativem und prozeduralem Gedächtnis, eine neue Interpretation erhalten müssen, um den Verhaltensbeobachtungen und den neuronalen Grundlagen gerecht zu werden. Für die behandelten Gedächtnisformen werden erstmals funktionierende, biologisch fundierte Simulationsmodelle vorgestellt.

Ziel ist es, der Diskussion über die Gedächtnisproblematik, die in der jüngeren Vergangenheit den Eindruck einer gewissen Erstarrung macht, neue Impulse zu geben. Das Buch sollte deshalb nicht nur für die kognitive Linguistik, sondern auch für andere kognitionswissenschaftliche Fächer von Interesse sein.


Inhalt:

Vorwort

1 Einleitung
1.1 Gedächtnisse
1.2 Vereinbarungen
1.3 Die linguistische Perspektive
1.4 Kapitelübersicht

2 Der neuronale Kode
2.1 Wovon hier die Rede ist
2.2 Symbolverarbeitende Architekturen
2.3 Frequenzkodierung
2.4 Einzelimpulskodierung
2.5 Pro und kontra Großmutterneuronen
2.6 Die Entstehung von Bedeutung
2.7 Schlußfolgerungen

3 Die sprachliche Kompetenz
3.1 Die Schlüsselrolle der sprachlichen Kompetenz
3.2 Divergenz
3.3 Konvergenz
3.4 Produktion
3.5 Die neuronale Architektur der Sprachverarbeitung

4 Langzeitgedächtnis: Grundlagen
4.1 Abgrenzung
4.2 Synaptische Prozesse
4.3 Spracherwerb
4.4 "Deklarativ" und "prozedural"
4.5 Abstraktion und Vergessen
4.6 "Zugriffsmechanismen"

5 Episodisches Gedächtnis
5.1 Grundlagen
5.2 Vorbereitung einer Simulation
5.3 Simulation
5.4 Datenstrukturen

6 Kurzzeitgedächtnis: Grundlagen
6.1 Kurzzeitgedächtnis und Arbeitsgedächtnis
6.2 Kurzzeitgedächtnis in konnektionistischen Modellen
6.3 Elementares zelluläres Kurzzeitgedächtnis
6.4 Komplexes zelluläres Kurzzeitgedächtnis
6.5 Synaptisches Kurzzeitgedächtnis

7 Der "phonological loop"
7.1 Die klassische Position
7.2 Der Speicherprozeß
7.3 Das Rehearsal
7.4 Ergänzende Bemerkungen

8 Buffers
8.1 Buffers in Sprachproduktionsmodellen
8.2 Buffers als neuronale Schieberegister
8.3 Der Output-Buffer als Leistung der Lexikonstruktur
8.4 Verallgemeinerungen, Folgen

9 Die Rolle des Hippocampus
9.1 Gängige Thesen
9.2 Probleme unter der Annahme eines lokalistischen Systems
9.3 Auswirkungen von Störungen der Hippocampusfunktion im neuronalen Modell
9.4 Eine übersehene Gedächtnisform

10 Schluß
10.1 "Verteilte" Phänomene
10.2 Die Palette der Speicherformen, Speicherzugriff
10.3 Störungsbilder
10.4 Desiderata, Perspektiven

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